2 Wege zur Überbrückung der Kluft zwischen Entwicklern und Geschäftsanwendern

Michelle Gardner, Senior Content Strategist
July 15, 2021

Die besten Anwendungen entstehen, wenn Geschäftsanwender und Entwickler zusammenarbeiten. Aber das ist auf beiden Seiten schwierig. Für Geschäftsanwender ist es schwer zu wissen, welche Funktionen sie benötigen, bis diese tatsächlich verfügbar sind. Und für Entwickler ist es schwer, die perfekte Lösung zu entwickeln, wenn sie das Problem nicht selbst erlebt haben.

Diese Probleme werden bei traditionellen High-Code-Entwicklungsansätzen noch verschärft. Normalerweise agieren Unternehmensanalysten als Vermittler zwischen Geschäftsanwendern und Technologie-Teams. Da diese beiden Bereiche üblicherweise voneinander isoliert sind, arbeiten auch die Personen, die mit dem Problem konfrontiert sind, getrennt von denjenigen, die am besten in der Lage sind, es zu lösen: den Entwicklern. Auch wenn Entwickler versuchen, das Problem vollständig zu erfassen, wird dieser Prozess durch Kommunikationskanäle, die Missverständnisse begünstigen (z. B. E-Mail), fehlerhafte Übersetzungen, Latenzzeiten, übermäßiges Vertrauen in die Dokumentation und – die gravierendste Schwierigkeit – durch fehlenden Zugang zu Endnutzern erschwert.

Zum Glück gibt es ein paar einfache Möglichkeiten, die Kluft zwischen Entwicklern und Geschäftsanwendern zu überbrücken.

 

1. Definieren Sie das richtige Problem mit einem fundierten Verständnis für Ihre Nutzer.

IT-Teams sollten die Anforderungen der Geschäftskunden nie für bare Münze nehmen. Fördern Sie eine Kultur, in der offene Fragen gestellt werden: Anstatt „Ist die Einhaltung der Vorschriften ein Problem?“ sollten Sie „Was passiert, wenn die Vorschriften nicht eingehalten werden?“ fragen.

Ermutigen Sie die Entwickler, tiefer zu gehen, nach dem "Warum?" zu fragen und nichtlineare Lösungen zu entdecken. Dieser Ansatz sollte sich bereits während der Projektinitiierung, die oft als „Sprint Zero“ bezeichnet wird, anhand von gemeinsamen Sitzungen abzeichnen, an denen die IT-Abteilung, die Geschäftssponsoren und die Endbenutzer teilnehmen. Arbeiten Sie zusammen, um Ziele zu definieren, zu untersuchen, was die Anwendung zur Verwirklichung dieser Ziele leisten muss, und einen Plan zu entwerfen, um ein wertvolles Produkt zu liefern. Es geht nicht darum, jedes Detail Ihres Projekts zu definieren, sondern so gut zu planen, dass Sie in die richtige Richtung starten.

Sprechen Sie mit Geschäftsanwendern über diese fünf Schlüsselbereiche:

  • Vision: Was wollen Sie mit der Anwendung erreichen?
  • Stakeholder: Welche Endanwender und andere Stakeholder werden davon profitieren?
  • Bedürfnisse: Welches Problem soll diese Anwendung lösen bzw. welcher Bedarf soll dadurch gedeckt werden? Welche Schmerzpunkte und Engpässe zeichnen sich ab und was ist der gewünschte Nutzen?
  • Anwendung: Was sind die Must-Have-Funktionen und -Merkmale? Warum sind sie Must-Haves? Gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Funktion und einem messbaren Geschäftsziel?
  • Geschäftsziele: Welche messbaren Geschäftsziele gibt es (nach Priorität gereiht)?

Denken Sie auch daran, den Ist-Zustand für Ihre Benutzer zu beurteilen. Da Ihre neue Anwendung die Art und Weise, wie sie arbeiten, verändern wird, müssen Sie verstehen, welche Ziele Ihre Stakeholder verfolgen und was ihnen diesbezüglich im Weg steht. Das funktioniert am besten, indem Sie einen Praxisbezug zu echten Anwendern aufbauen und sie bei ihrer täglichen Arbeit beobachten. Wenn das nicht möglich ist, bitten Sie die Anwender, ihre täglichen Prozesse zu beschreiben und sich darauf zu konzentrieren, warum sie die jeweilige Aktivität ausführen und was ihre größten Schmerzpunkte im Prozess sind.

2. Schnelles, kontinuierliches und klares Feedback.

Bei traditionellen Entwicklungspraktiken sind die Feedback-Schleifen vergleichbar mit einer Fähre, die zwischen zwei Ufern verkehrt. Die Geschäftsanwender befinden sich auf der einen Seite und die Entwickler, die die Anwendung erstellen, auf der anderen Seite. Informationen werden langsam hin und her transportiert. Der Prozess ist dabei von hoher Latenz geprägt und es besteht ein großes Risiko für Verzerrungen.

Anstatt eine endlose Feedback-Schleife aufrechtzuerhalten, sollten Sie nach Lösungen und Prozessen suchen, die eine Brücke zwischen Entwicklern und Geschäftsanwendern schlagen. Low-Code-Plattformen beispielsweise erleichtern die Zusammenarbeit und fördern klare, häufige Rückmeldungen, die Ihnen helfen, Annahmen auf dem Weg zur richtigen Lösung zu testen.

Die verstärkte Zusammenarbeit und die iterative Entwicklung helfen Ihnen auch, frühzeitig die Zustimmung der Beteiligten zu erhalten. Die Entwicklung findet somit nicht im Rahmen isolierter Prozesse statt, die erst am Ende des Projekts einen ersichtlichen Mehrwert liefern. Stattdessen können die Endbenutzer die Anwendung validieren und beeinflussen, während sie vor ihren Augen Gestalt annimmt. Prototypen und laufende Builds geben den Anwendern etwas Konkretes, auf das sie reagieren können, und beschleunigen den Designprozess, indem sie sicherstellen, dass Ihr Entwicklungsteam ein klares Verständnis von den Anforderungen hat.

 

Häufige Fallstricke bei der Anwendungsentwicklung

Die besten Low-Code-Plattformen helfen IT-Teams, die Zusammenarbeit mit den Endbenutzern zu optimieren und gleichzeitig bessere Funktionen mit vielseitigeren, flexibleren Entwicklungsteams bereitzustellen. Aber wenn Sie Low-Code-Projekte mit High-Code-Ansätzen durchführen, kratzen Sie nur an der Oberfläche des Potenzials von Low-Code.

Um die Vorteile von Low-Code voll ausschöpfen zu können, müssen Sie veraltete, aufgeblähte Entwicklungsansätze gegen einige wichtige agile Praktiken eintauschen. Finden Sie im neuen E-Book heraus, was die vier häufigsten Fallstricke bei der Entwicklung von Low-Code-Anwendungen sind und wie Sie sie bekämpfen können: 4 Fallstricke der Low-Code-Anwendungsentwicklung.